Vereinsjubiläen im Doppelpack gefeiert

Am vergangenen Samstag feierten die FFW ihr 80-jähriges und die Musikkapelle Waldstetten ihr 60-jähirges Jubiläum im Rahmen eines gemeinsamen Festbanketts, welches von der Musikkapelle feierlich und mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm umrahmt wurde. Beide Vereine sind Aktivposten und wichtige Kulturträger innerhalb der Dorfgemeinschaft. Ihnen liegen die Jugendarbeit und die Nachwuchsförderung am Herzen und ihre Mitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Zum Auftakt des Festbanketts spielte die Musikkapelle den Konzertmarsch „Viterbo“ und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr marschierten in die frühlingshaft dekorierte Turnhalle ein. Abteilungskommandant Martin Böttcher (FFW) und Vorsitzender Alexander Wörner (MK) begrüßten sodann die kommunalen, kirchlichen und politischen Vertreter, die Ehren- und Gründungsmitglieder aus den eigenen Reihen, sowie zahlreiche Gäste aus Nah und Fern. Mit dem Choral „Eventide Fall“ wurde den verstorbenen Mitgliedern der beiden Vereine gedacht. Anschließend richtete der Schirmherr der Veranstaltung, Herr Alois Gerig MdB, sein Grußwort an die Gäste und gratulierte den beiden Vereinen zu ihren Jubiläen. Er betonte den guten Zusammenhalt der Vereine in Waldstetten, der durch die außergewöhnliche Entscheidung, das Festbankett gemeinsam auszurichten, nach außen gut sichtbar gemacht werde.

Nach dem aus dem gleichnamigen James Bond Film bekannten Stück „Skyfall“ berichtete Martin Böttcher über die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr, die weit in das 18 Jahrhundert zurückreicht. So gab es 1812 erste Erwähnungen über den Bau eines „Feüer Heüslein“, worauf die Anschaffung einer Feuerspritze und weiterer Ausrüstung folgte. 1939 wurde dann gemäß der Auflage aller Gemeinden auch in Waldstetten eine Feuerwehr mit 26 Wehrmännern und Otto Münch als ersten Kommandanten gegründet. 1954 übernahm Vinzenz Bassing dieses Amt und stand über 24 Jahre der Wehr vor. Danach leitete Gerhard Frisch die Feuerwehr 20 weitere Jahre als Kommandant. Die 1971 in die Gemeinde Höpfingen eingegliederte Abteilungswehr hob mit Abteilungskommandant Christian Klotzbücher und dem ersten Jugendleiter Martin Böttcher 2001 eine Jugendwehr aus der Taufe und legte den Schwerpunkt besonders auf die stetige Fort- und Weiterbildung der Wehrmänner. Im Jubiläumsjahr zählt die Wehr 27 aktive Mitglieder, sieben Mädchen und Jungen in der Jugendwehr und neun Kameraden in der Altersmannschaft.

Beim nächsten Programmpunkt präsentierten die Jüngsten der Musikkapelle das moderne und von Rhythmus geprägte Musikstück „SAIL“, wobei sog. „Boomwhackers“ (unterschiedlich lange Kunststoffröhren) zum Einsatz kamen. Die Kinder der musikalischen Früherziehung wurden hierbei von den Zöglingen und der Gesamtkapelle unterstützt. Jugendleiterin Anna Michel nutzte danach die Gelegenheit und überreichte den beiden Jungmusikern Chiara Ballweg und Nina Klotzbücher die Urkunde zum erfolgreich abgelegten und erstmals vereinsintern durchgeführten Jungmusiker-Leistungsabzeichen JUNIOR.

Das Musikstück „Nessaja – Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Musical „TABALUGA“ leitete zur Ansprache des Vorsitzenden Alexander Wörner über. Er berichtete von der Blasmusik in Waldstetten, die bis in das Jahr 1721 zurückgeht. Im Mittelpunkt seiner Festansprache stand aber die heutige, 1959 von 15 Musikern, darunter Dirigent Karl Fieger und Vorsitzender Kilian Wörner, gegründete Musikkapelle. Das anfangs mit Polka, Marsch und Walzer traditionell ausgelegte Repertoire wandelte sich im Lauf der Zeit mit den Dirigenten Adolf Marzini, Albrecht Schneider und Wolfgang Wörner, sodass heute auch die konzertante Blasmusik und bekannte Rock und Pop-Hits nicht mehr wegzudenken sind. Die Eingliederung von Frauen und Mädchen seit 1979 und die stetige und konsequente Ausbildung von Nachwuchsmusikern, erstmals von Dirigent Josef Meszaros 1969 begonnen, waren wichtige Meilensteine in der Geschichte der Musikkapelle.

Das heutige wunderbare Miteinander von Jung und Alt im Verein ist engagierten Mitgliedern zu verdanken, die von Beginn an eine maßgebliche Rolle bei der erfolgreichen Weiterentwicklung des Vereins gespielt haben. Stellvertretend hierfür nannte er die beiden „Dienstältesten“, Dirigent Wolfgang Wörner und den langjährigen Vorsitzenden Jürgen Fieger mit jeweils 18 Jahren im Amt. „Nur Musik habe diesen einzigartigen Charme, Menschen über alle Altersklassen hinweg zu verbinden“, so Wörner. Mit 38 Aktiven, zwei Zöglingen und fünf Kindern in der musikalischen Früherziehung sei die Kapelle im Jubiläumsjahr gut aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet. Mit guten Wünschen für den Verein beendete Vorstand Wörner seinen Vortrag und stellte im Anschluss die von Daniela Heffner, Anna Michel und Alexander Wörner gemeinsam erarbeite Festschrift mit dem Titel „Die Musikkapelle – Das sind wir“ vor.

Nach dem Musikstück „Concerto d’amore“ wurden zuerst verdiente Mitglieder der FFW und anschließend der Musikkapelle geehrt (siehe separate Ehrungsteile). Mit dem „Radetzky-Marsch“ und der Polka von „Freund zu Freund“ beglückwünschte die Musikkapelle die jeweils Geehrten. Emotionaler Höhepunkt des Abends stellte der Stabübergabe des langjährigen Dirigenten Wolfgang Wörner an den Vizedirigenten Simon Blau dar, der künftig die Musikalische Leitung inne haben wird. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die verdienstvolle, zeitintensive und herausragende Tätigkeit als Dirigent, Jugendausbilder, Vorsitzender, Kassier, Beisitzer erhielt Wolfgang Wörner vom Präsident des Blasmusikverbandes Tauber-Odenwald-Bauland Herbert Münkel, eine außergewöhnliche Auszeichnung – die goldene Verdienstmedaille des internationalen Musikbunds (CISM). Die Gäste würdigten die Leistung von Wolfgang Wörner für die Musikkapelle Waldstetten mit lang anhaltenden stehendem Applaus.

Danach kamen die Grußworte von Bürgermeister Adalbert Hauck, Ortsvorsteher Helmut Hartmann, Pfarrer Andreas Rapp und Herbert Frisch, Sprecher der Vereine, die allesamt ihre Wertschätzung, ihren Dank und ihre Glückwünsche überbrachten. Auf das rockige Medley „Bon Jovi Rock Mix“ folgten Worte des Dankes an die Gäste für die Teilnahme am Festbankett und die Verbundenheit zu den beiden Vereinen. Mit einer Einladung, dass Doppeljubiläum beim anschließenden Stehempfang noch ein wenig gemeinsam zu feiern und den Klängen des „Hoch Badnerlands“ beendeten Martin Böttcher und Alexander Wörner den offiziellen Teil des Festaktes und wünschten allen Gästen noch einen schönen Abend.



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